Die Freiwillige Feuerwehr Lindenau

Auszug aus der Ortschronik anlässlich des Dorf- und Heimatfestes 2003
(Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Heimatvereines Lindenau)

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Die Freiwillige Feuerwehr Lindenau organisierte sich relativ spät, denn die Gründung der Wehren unserer Nachbarorte fanden wesentlich früher statt. Sie wurde am 7. Mai 1937 in Lindenau neu gegründet. Bis dahin gab es eine sogenannte „Zwangsfeuerwehr“, die bereits 1934 von ehemaligen Arbeitersportlern gegründet wurde, um im Notfall freiwillig zu versuchen, entstandene Brände bis zum Eintreffen der Feuerwehren aus den umliegenden Ortschaften zu löschen. Von den damals 900 Einwohnern schlossen sich 33 der Feuerwehr an.
Als Wehrleiter wurde Max Hunger, Brandmeister und Sägewerksbesitzer, benannt, der bereits seit 07.05.1934 als Wehrleiter bestimmt war. Die Aufnahmeprüfung am 28. November 1937 ergab in allen Teilen die vorschriftsmäßige gründliche Durchbildung der Wehr, so dass die Aufnahme in den Landesfeuerwehrverband empfohlen werden konnte.

Die Mannschaft wurde mit Tuchjobben, Drellzeug, Mützen, Stahlhelmen, Schulterriemen, Koppel, Faschinenmesser und Steigergurten mit Beil und Leine ausgerüstet. Der Zustand des Gerätehauses (Spritzenhäusel genannt) am Schulplatz war in bester Ordnung. Die Alarmierung im Brandfalle erfolgte damals durch Hornsignale. Ein Hornist fuhr mit dem Fahrrad durch die Straßen und alarmierte so seine Kameraden.
Die Mitgliedssteuer betrug damals 20 Pfennige pro Monat. Der Führerrat setzte sich außer dem Wehrleiter Max Hunger aus den Löschmeistern Ernst Döhnel und Oswald Gerber, dem Schriftführer und Kassenwart Johannes Vieweg und dem Gerätewart Kurt Löffler zusammen.

1939 tritt die Wehr in den „Volksbund deutscher Kriegsgräberführsorge e.V.“ ein.
Die Feuerwehr war mit einer zweirädrigen Handdruckspritze, 150m Druckschlauch und einer Anstellleiter ausgerüstet.
Später standen eine Motorspritze, die 1945 von Jöhstadt nach Lindenau gebracht wurde, eine Handdruckspritze, 40 m B-Schlauch, 150 m C-Schlauch, 4 Steckleitern, Strahlrohre und kleinere Gerätschaften zur Verfügung. Auch eine Sirene mit Alarmvorrichtung gehörte ebenfalls zur Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr Lindenau. Das ganze befand sich auf einem Anhänger, der durch Handzug, mit Pferd oder später mit Traktor transportiert wurde. Dieses Fahrzeug wurde später durch einen modernen TS 8- Anhänger ersetzt. Auf diesem befanden sich dann auch moderne Atemschutztechnik im Form von Druckluftatemgeräten. Das Gewicht dieser ganzen Ausrüstung war dann so hoch, dass als Zugmittel nur noch ein Traktor oder LKW in frage kam.
Ein Höhepunkt in der Entwicklung der FFW Lindenau war 1971 die Anschaffung eines Kleinlöschfahrzeuges vom Typ Barkas B 1000.
Damit wurde der Bau eines neuen Feuerwehrdepots notwendig. Es entstand in der damaligen Forststraße, heute Waldstraße, am ehemaligen Gebäude der Gemeindeverwaltung.

Die Kameraden leisteten unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden bis zur Fertigstellung des Depots, das aus einer Garage mit einem darüber liegenden Schulungsraum bestand.
Es entwickelte sich eine zuverlässige und einsatzfähige Organisation, die sich auch an gesellschaftlichen Ereignissen in der Gemeinde beteiligte. So wurden z.B. die Neptunfeste, Pioniertreffen, die Straßeneinweihungen und die Hexenfeuer abgesichert. Ebenfalls führte man unzählige Brandverhütungsmaßnahmen durch. Im Durchschnitt rückten die Kameraden der FFW Lindenau pro Jahr zu einem Einsatz aus. Der größte war der Brand des Rinderstalles 1974.
Die Anzahl der Kameraden bewegte sich um die 30 Mitglieder. Davon waren ca. Die Hälfte aktive Einsatzkräfte, der übrige Teil wurde aus Altersgründen in die Ehrenabteilung geführt. Auch einige Frauen arbeiteten in der Feuerwehr aktiv mit, u.a. Christa Lippold, Ingrid Weihrauch, Annerose Günnel, Ursula Götz sowie Karin Leuoth.

Seit der Gründung 1937 fungierten folgende Wehrleiter:
Max Hunger
Kurt Voigt
Hans Weiß
Wolfgang Trommler
Gerhard Härtel
Wolfgang Trommler
Jörg Unger.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 musste die Finanzierung der Wehr über den Gemeindehaushalt sichergestellt werden. Da in der Gemeinde Lindenau wenig finanzielle Mittel für die Feuerwehr bereitgestellt wurden, sank der Zustand der Ausrüstung und die bauliche Substanz des Depots bis zur Eingemeindung 1999 weit unter dem Niveau der Nachbarorte. Das führte unter anderem dazu, dass die Verwaltung der Bergstadt Schneeberg sich nach der Eingemeindung für die Auflösung des Feuerwehrstandortes Lindenau entschied.

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Alle Rechte liegen beim Herausgeber der Ortschronik 2003, dem Heimatverein Lindenau. Nachdruck, auch auszugsweise, erfordern dessen Genehmigung

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